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JanainGhana,
6 Dezember 2010
Germany
, Korschenbroich
34°
Vor einem Monat habe ich geschrieben, dass die restliche Zeit bestimmt schnell vergehen wird und jetzt bin ich plötzlich wieder zu Hause.
Die Zeit in Ghana war noch ziemlich schön und erlebnisreich, es ist sehr viel passiert und bevor ich einen kleinen Abschluss schreibe, erzähle ich im Schnelldurchlauf von den letzten Wochen.
An den Wochenenden waren wir immer unterwegs: in Kumasi, im Culturecenter und auf dem Centralmarket; in Hohoe beim größten Wasserfall Ghanas; in Akosombo, wo wir eine Bootsfahrt auf dem Voltasee gemacht haben, in den Shaihills, da sind Affen rumgelaufen.
An meinem letzten Wochenende waren wir noch mal in Kokrobitey am Strand. Übrigens ist der Temperaturunterschied zwischen Ghana und Deutschland ca. 40 Grad im Moment. Die Umstellung war bzw. ist echt nicht ohne. 
In der Schule hat sich ein bisschen was geändert. Irgendwie war die Lehrerin immer motivierter und hat zum Beispiel von sich aus die Spiele benutzt, die ich mitgebracht habe, oder hat manchmal mit den Kindern gesungen. Sie hat mich mehr mit eingebunden und auch von ihr kam dann mal ein „Thank you, we will miss you.“, was gut getan hat. In meiner letzten Woche habe ich den Klassenraum gestrichen und mit den Kindern große Plakate gemalt, was auch echt Spaß gemacht hat. Der Raum sieht gut aus und ich habe das Gefühl, etwas dagelassen zu haben. Der Abschied in der Schule war nicht leicht und wenn ich mir jetzt die Bilder von den Kindern ansehe und drüber nachdenke, wie es in der Schule teilweise abgelaufen ist, weiß ich gar nicht wie ich das manchmal ausgehalten habe. Auch das Tschüsssagen von meiner Familie war traurig. Meine Gastmami hat beim Abschied gesagt „I know that you will come back to your african home.“. Das fand ich süß und ich denke, sie hat nicht unrecht..

Die Organisation Interact, mit der ich gefahren bin, ist echt gut. Im Vorraus gute Vorbereitung, Ansprechpartner direkt vor Ort und alles sehr persönlich. Der größte Vorteil ist aber auf jeden Fall, dass alles recht günstig ist. Es gibt Organisationen, bei denen man wirklich ein halbes Vermögen zahlt, um freiwillig in Ghana zu arbeiten. Ich bin sehr froh darüber, dass ich mich nicht dafür entschieden habe.
Insgesamt war die Zeit in Ghana toll und eine Erfahrung, die mich glaube ich noch lange begleiten wird. Es war nicht immer leicht und auf jeden Fall haben die Menschen dort mir mehr gegeben, als ich gehofft hatte ihnen zurückzugeben. Man erfährt so viel über das Land, die Leute und die Kultur und gleichzeitig möchte man aber so gerne etwas für das Land und die Leute tun, was einfach nur in winzigkleinen Schritten möglich ist. Es waren keine großen Dinge, die ich gemacht habe und ich weiß auch nicht ob ich großartig was bewegt habe. Aber ich habe in der Zeit, in der ich da war, versucht mein Bestes zu geben. Ich bin mir sicher, dass ich die Kinder glücklich gemacht habe und vielleicht hat sich meine Lehrerin ja auch ein bisschen was abgeguckt ? Und vielleicht lernen die Kinder so indirekt, dass es auch anders geht ? Man kann nicht mit der Einstellung nach Ghana fahren dort große Dinge bewegen zu können. Würde das so einfach gehen, wäre es schon längst passiert. Es ist ja auch klar, dass wir völlig schockiert sind, wie das ganze System dort abläuft, weil wir es anders und natürlich besser kennen. Trotzdem war es bei uns vor Jahren nicht anders, und auch bei uns hat sich nichts von jetzt auf gleich verändert..
Um Abstand vom Alltag und Schulleben zu gewinnen, war es sehr schön an den Wochenenden immer zu reisen. Vor allem dadurch, dass es so günstig war, konnten wir viel vom Land, was auch wirklich einiges zu bieten hat, sehen. Teilweise war die Landschaft wie bei König der Löwen, nur die Tiere haben gefehlt.
So war es also nicht nur Work, sondern auch Travel. Die Menschen in Ghana sind von Grund aus fröhlich und hilfsbereit. Es ist der Hammer, wenn sie einfach anfangen zu tanzen oder zu singen. Sie sind glücklich mit dem was sie haben, aber haben trotzdem ihre Träume vom zum Beispiel „reich werden“, woran sie dann aber auch wirklich glauben. Die Mentalität und manche Denkweisen sind komplett verschieden, was es auch nicht immer ganz leicht gemacht hat. Auf der Straße hat jeder einen angesprochen „Obruni (Weißer) how are you?“ und wenn man dann mal nicht zurückgegrüßt hat, wurden manche Leute richtig böse, weil sich das so ja nicht gehört. "You know, it's african culture, you have to great everybody". Lustig, aber manchmal auch nervig, waren die Männer. „Hello, i like you, i love you, do you want to marry me?”. Dann kann man aber nicht einfach nein sagen, sondern muss erklären wieso und warum nicht. Man sollte auch keinem Ghanaer seine Handynummer geben..den Fehler habe ich am Anfang einmal gemacht und ich wurde bombadiert mit Liebeserklärungen..

Ich könnte jetzt noch stundenlang weiterschreiben, über die Unterschiede, die mir gerade jetzt auffallen, wenn ich wieder hier bin, über die Erlebnisse und besonderen Momente..
aber ich bin ja wieder im Lande und erzähle es auch gern persönlich.

Es was alles nicht leicht in Worte zu fassen, aber ich hoffe trotzdem, dass ich euch ein bisschen an meiner Reise teil haben lassen konnte.
Danke fürs fleißige Lesen und vielleicht ja bis zum nächsten Ghanatrip.

Eure Jani
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18 Januar 2011
Hey!,
jetzt ist es zwar schon wieder mehr als ein Monat her, auch für uns, aber ich muss wirklich sagen: das hast du schön gesagt, die Zeit sehr gut zusammengefasst und deine Sätze erinnern uns wieder: es war schön, es war verrückt, aber im Grunde einfach unvergesslich.
Schöne Grüße
August
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